Kann MAN CSR?

Der Nachhaltigkeitsbericht von MAN im Schnellcheck
Kann MAN CSR?

Der Nachhaltigkeitsbericht 2015 von MAN im Schnellcheck

CR-Bericht von MAN

Das abgelaufene Geschäftsjahr war für den Volkswagenkonzern desaströs. Der Abgasskandal wirkt bis heute nach, der wirtschaftliche und markenpolitische Schaden ist enorm. Auch das Tochterunternehmen MAN musste im letzten Berichtsjahr Einbußen im Umsatz (ca. -4%) und im operativen Ergebnis (ca. -76%) hinnehmen. Jetzt liegt der Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens vor. Die Bilanz fällt durchwachsen aus.

Schwerpunkte, Stärken und Schwächen

„Wir wollen ein guter Unternehmensbürger sein und zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen“ erklärt MAN in seinem aktuellen CR-Bericht. Eine selbstdurchgeführte Befragung von rund 1.700 Stakeholdern im Jahre 2014 ergab eine klare Priorisierung auf die Themen Umweltverschmutzung, Klimawandel und Ressourcenknappheit. MAN weist die größten Fortschritte in den Bereichen Klimaschutz, Aus- und Weiterbildung, Arbeitssicherheit, Forschung und Entwicklung sowie Lieferkette vor. Nachholbedarf gibt es in den Bereichen Umweltschutz, Energieverbrauch und Ressourcennutzung. Sowie leider auch im Berichtswesen selbst.

Lieferanten/Einkauf: Zu den größten Fortschritten im Jahr 2015 gehört die verbindliche Kenntnisnahme der Nachhaltigkeitsanforderungen für alle Lieferanten. Diese müssen vor einer Beauftragung ein elektronisches „Lernmodul Nachhaltigkeit“ (E-Learning) absolvieren und einen Abschlusstest bestehen. MAN sammelt zudem spezifische Nachhaltigkeitsinformationen seiner Lieferanten und bittet im Zweifel um schriftliche Stellungnahmen auf Grundlage eines standardisierten Berichts. Leider fehlen Informationen darüber, wie viele Konfliktfälle es gab und ob diese zufriedenstellend gelöst werden konnten.

Arbeitnehmer/ Weiterbildung: Leichte Fortschritte gab es im Bereich der Arbeitnehmerrechte, wo der Anteil der Kollektivvereinbarungen von 86,3 auf 93,2 Prozent gesteigert werden konnte. Die Anzahl der Arbeitsunfälle stagnierte. Im Bereich Frauen in Führungspositionen konnten dagegen keine Fortschritte erzielt werden. 60 Führungskräfte nahmen 2015 an einer Fortbildung zum Thema „Manage Responsibilty“ teil, so dass mittlerweile 600 MAN-Mitarbeiter in leitenden Positionen diese Schulung besucht haben. Leider gibt es keine Kennzahlen für die Gesamtbelegschaft (Weiterbildungsstunden gesamt). Auch fehlen Zahlenreihen zu den Bereichen durchschnittliche Arbeitszeiten, Krankenstand, Aus- und Weiterbildungsstunden, sowie Absicherung durch Krankenversicherungen und Altersvorsorge. Hier könnte die Information der Stakeholder ausgebaut werden.

Energieverbrauch: Unbefriedigend ist die Entwicklung des Energieverbrauchs in der Produktion. Diese ist um knapp 2% gestiegen. Die direkten CO2-Emissionen stiegen ebenfalls um 5%. Auch die CO2-Emissionen je produziertem Fahrzeug sind gestiegen. Als Grund gibt MAN einen drastischen Nachfrageeinbruch an, der eine “verstärkte Auswirkung von Grundlast-Energieverbrauch“ zur Folge hat. Auf pro Fahrzeug-Basis (Input zu Output) mag das stimmen, der gestiegene Gesamt-Energieverbrauch ist damit allerdings nicht befriedigend zu erklären. Und wenn doch, so fehlt eine für Stakeholder verständliche Erläuterung im Bericht.

Positiv anzumerken ist, dass die CO2-Emissionen in der Produktion bisher im Vergleich zum Basisjahr 2008 um 19,5% reduziert werden konnten. Ziel von MAN sind 25% bis 2020. Dieses Ziel kann erreicht werden. Ob 2008 als Basisjahr taugt (starker Absatzeinbruch wegen der weltweiten Finanzkrise?) sei dahingestellt.
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Lastwagen auf der Autobahn. Transport auf der Straße für Güter.
Aktie der Firma MAN Maschinenfabrik in Augsburg-Nürnberg
Nicht funktionierende Rettungsgasse bei einem Stau auf einer Autobahn
Sehr positiv anzumerken sind die zahlreichen, protokollierten Vor-Ort-Baumaßnahmen im energetischen Bereich. MAN investiert weiterhin viel Geld um seine Klimaziele zu erreichen.
Ressourcenverbrauch: MAN konnte seinen Verbrauch an Betriebs- und Grundstoffen 2015 deutlich reduzieren. Ob es sich um eine nachhaltige Reduktion handelt ist nicht feststellbar, da eine Pro-Fahrzeug-Kennziffer fehlt. So besteht die Möglichkeit, dass der Ressourcenverbrauch wegen der schwächelnden Nachfrage gefallen ist und bald wieder steigen könnte. In den Bereichen Abwasser, Abfälle und Luftschadstoffe gab es kleinere Fortschritte. Ob dies so bleibt? Die Investitionen in den Umweltschutz sanken 2015 um 63%. Ähnlich wie der Gewinn des Unternehmens.

Produktion: MAN verbessert kontinuierlich die Effizienz seiner Motoren und Fahrzeuge. An innovativen Technologien in den Bereichen Carbon, Hybrid, Verkehrsmanagement, Gasmotoren, Lang-LKWs oder Abgasnachbehandlung wird intensiv geforscht. Technisch ist das Unternehmend daher auf dem neuesten Stand und weist dies auch in seinem CR-Bericht eindrucksvoll nach. Eigentlich ein Grund zur Freude.

Eingetrübt wird diese dadurch, dass ungeklärt bleibt, wie Manipulationsfälle künftig durch strukturelle Änderungen unterbunden werden können. Dies mag vordringliche Aufgabe der VW-Führung und muss die CR-Bilanz von MAN daher nicht trüben. Zumal auf Seite 51 des CR-Berichtes nachgewiesen wird, dass der Bereich Nutzfahrzeuge von der Abgas-Manipulation nicht betroffen ist. Trotzdem wirft der Skandal einen Schatten auf die Glaubwürdigkeit des gesamten Unternehmens. Eine eindeutige Stellungnahme im Vorwort hierzu hätte dem CR-Bericht daher sicher gut getan.

Kritisch anzumerken ist, dass neue Transporttechniken abseits von der Straße gänzlich fehlen. MAN setzt anscheinend weiterhin vordringlich auf fossile Antriebstechniken. Ob dies nachhaltig und weitsichtig ist sei dahingestellt. Auch zur dauerhaften Existenzsicherung sollte MAN seine F&E Aktivitäten künftig breiter diversifizieren.

Fazit
MAN arbeitet engagiert an integrierter Nachhaltigkeit. In vielen Bereichen (Energieverbrauch, Lieferantenkette, Produktentwicklung) konnten nennenswerte Fortschritte erzielt werden. Damit es nicht zu einer Zwei-Schritte-Vor-Einer-Zurück-Politik kommt muss das Unternehmen jetzt weitere Themenfelder konsequenter angehen. Hierzu zählen die Bereiche Arbeit und Weiterbildung, Ressourcenverbrauch, Energieverbrauch sowie die Erforschung neuartiger Transportlösungen fernab von fossilen Energieträgern. Verbesserungswürdig ist das Berichtswesen. Es sollten weitere vergleichende Kennzahlen eingeführt werden, damit Stakeholder Fortschritte und Entwicklungen bei MAN künftig besser nachvollziehen können.

Zusatzinfo
Corporate Responsibility ist seit 2010 integraler Bestandteil der MAN-Unternehmensstrategie. Berichtet wird nach den Leitlinien der Global Reporting Initiative. Diese gibt spezifische Standard-Angaben für die Bereiche Wirtschaft, Ökologie, Gesellschaft, Menschenwürde, Menschenrechte und Produktverantwortung vor. MAN hat auf Basis dieses Kennzahlensystems 16 CR-Handlungsfelder mit dem Titel „CR-Strategie 2020+“ abgeleitet und die CR durch verschiedene organisatorische Maßnahmen fest ins Unternehmen integriert.

Autorenportrait: Michael Krabs, 45, Diplom-Volkswirt, arbeitet als freier Journalist und Dozent in Hamburg. Der Autor unterrichtet u.a. an der BiTS Hochschule in Hamburg die Module CSR und Investor Relations. Weitere Fächer an anderen Universitäten sind Außenhandel, Logistik, Handelsmarketing, PR, Social Media und Direktmarketing.

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